... soll heißen, dass wie bei einer Schaukel ein (erhoffter) Therapieansatz eine (extreme) Wirkung in die entgegengesetzte Richtung hat.
Nachfolgend finden wir Beispiele und die entsprechenden Begründungen.
1. Fallgruppe: zwei voneinander unabhängige Ereignisse
Beispiele:
zufällig:
- erst viel, dann zu wenig Essensinsulin
- erst Fehldosis, dann Undichtigkeit am Katheter
- u.v.a.m.
typisch:
- erst Sport ohne Anpassung, dann Diätfehler
- Sauna nach Bolus
- längeres Schwimmen (1 Std. im Wasser) ohne Pumpe
Durch die Wärmeproduktion des Körpers im kalten Wasser wird „braunes" Fett insulinfrei verbrannt. Dadurch sinkt auch der BZ, selbst wenn der Insulinspiegel auf Null läuft.
Diese „Null-Linie" führt dann später zu einem (massiven) Insulinmangel
2-3 Std. Hallenbad-Tipp: Pumpe ab, ggf. BE nachlegen.
Ist der Besuch dann am Ende empfiehlt sich: 2-3 schnelle BE zu sich nehmen und insulinieren.
2. Fallgruppe: Handhabungs- und Technikfehler
BZ-Messfehler: Ungenauigkeiten nach beiden Richtungen / Traubenzucker am Finder nach Hyo
Manipulationen an der Gewindestange, Ampulle, Adapter und Katheter
kalt - warm - kalt Übergänge insbesondere bei voller Ampulle / hoherInsulinempfindlichkeit
Kühlschrank 5 Grad
Körpertemperatur 27 Grad
Differenz von 22 Grad führt bei voller Ampulle zu 1 i.E. Ausdehnung
Ferner gibt es in der Pumpe potentielle Fehlerquellen:
mechanische Elemente
Ampulle
Gewindestange
Adapter
elastische Elemente
Gummipfropfen der Ampulle
Schlauch
Unterhautfettgewebe
Luftblase in der Ampulle
3. Fallgruppe: zu viele BE's nach Hypo
Beispiele:
o gegessen, bis die Hyposymptome nachlassen
o Kontrollverlust beim Essen während Hypo (Fressanfall)
o Überreaktion von Angehörigen (hilflos: aus Angst „voll stopfen")
o Überschätzte „Power" einer Hypo
o zur Sicherheit zu viele BE's gegessen
o zu viele Hypo-BE's beim Stillen (Angst das Kind fallen zu lassen)
Mit später klarem Kopf nachkorrigieren, ggf. mit i.v. Insulin.
4. Fallgruppe: zu großer / langer Insulinentzug bei Hypo
Beispiele:
o längeres Abschalten der BR beim Hypo auch durch Angehörige
o totaler Insulinentzug nach Geburt
o bei up-Regulation der Insulinrezeptoren zu viel Insulin entzogen
5. Fallgruppe: fehlerhaftes Essen-Insulin
Beispiele:
einmalige Insulinmenge am Anfang von
o umfangreichen fett-/eiweißhaltigen Speisen
o langsame BE's (niedriger Glykämischer Index)
o besonders bei Analoginsulinen bei beiden o.g. Mahlzeiten
o zeitlich lang-gestreckte Mahlzeiten (z.B. Brunch)
6. Fallgruppe: Fehlerhafte Sport-Anpassung
Beispiele:
o zu geringe Bolus-Reduktion (hoher Insulinspiegel) bei kurzdauernden körperlichen Aktivitäten ohne Nachbolus
o längerdauernde Basalraten-Reduktion bei Sport ohne Essen (=ohne Essensbolus)
7. Fallgruppe: Bagatellbelastung bei beginnender Lipolyse
Bei Bagatellbelastung sinkt der Blutzucker noch bei beginnender Lipolyse („43"), nach Bagatellbelastung hält aber die Insulinresistenz weiter an („243").
8. Fallgruppe: Intensitätswechsel ....
... von der Bagatellbelastung zur erschöpfenden Muskeltätigkeit
Beispielsweise beim lockeren Rad fahren mit einem ausgedehnten Endspurt.
Anfänglich lag man ggf. noch im Unterzuckerbereich, dann Leberzuckerfreisetzung und hormonelle (Wachstumshormone) Resistenz.
Folge: 3 x Schema C, da die Wachstumshormone bremsen.
9. Fallgruppe: Schema B fehlerhaft durchgeführt
o Schema B-Abbruchskriterien nicht erfüllt (z.B. wegen Hypo bei Bagatellbelastung)
o unsystematisch durchgeführtes Schema B (z.B. weniger Korrekturbolus anstelle BE-Abstützung)
10. Fallgruppe: fehlendes (Anschluss-) Schema B nach Schema A
Wegen Hypo nach Schema A auf Schema B verzichtet
obwohl die Regel lautet:
Nach Schema A folgt immer Schema B
11. Fallgruppe: Verschobener Biorhythmus
Beispiele:
- Verschieben des Einschlafzeitpunktes
- Nickerchen am Nachmittag
- Nachtschichtarbeit
- Reise in ein Land anderer Zeitzone
12. Fallgruppe: normale Insulinschwankungen der Insulinaufnahme aus der Haut
Beispiele:
Die Insulinaufnahme schwankt über einem Durchschnittsbereich

Beispiele:
- übliche Insulinresorptions-Variation
insbesondere bei Verzögerungsinsulin
insbesondere bei hohen Dosen - Injektionen an mehreren Stellen
- Umstellung auf ein Analoginsulin
- Unterschiede Bauchhaut - Oberschenkel
- Beinarbeit bei Normalinsulin in den Oberschenkel
- Wärme (z.B. warmes Badewasser)
- Massage
13. Fallgruppe: Glukagon-Injektion bei Hypo Glukagon -Injektion wegen Hypo führ
zu starke Leberzuckerfreisetzung
14. Fallgruppe: Gegenregulation
besteht aus
1. verschieden ergiebigen Leberzuckerfreisetzung (diese verhindern auch bei den Diabetikern die Unterzuckerung, wenn die Glukagon-Regelung noch funktioniert)
2. gelegentlicher post-hypo-glykämischer Insulinresistenz (oft nicht bedeutsam) mit höherem Essensinsulinbedarf
Insulin selbst in der Höhe der Basalrate knocken das Adrenalin aus
Insulin kann die Glukagonwirkung nicht verhindern
Was passiert beim Nichtdiabetiker
Blutzuckerwerte
von ca.
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80 - 90 mg% |
Blutzuckerkonzentration des Ruhestoffwechsels für Insulin (10 - 15 mU/ml) und Gegenhormone |
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Insulinspiegel sinken (sehr wirksam) |
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Gegenhormone Glukagon, Nor-/Adrenalin, Wachstumshormon, Cortison steigt
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unter 60 mg% |
keine Insulinabgabe mehr |
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unter 35 mg%
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hormonabhängige Autoregulation der Leber |
Was passiert beim Diabetiker
Blutzuckerwerte
von ca.
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80 - 90 mg% |
Insulin-Blutspiegel je nach Therapie, Gegenhormone im Ruhestoffwechsel |
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Insulinspiegel meist höher(oder beliebig),
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Glukagon, Nor-/Adrenalin, Wachstumshormon, Cortison oft ungenügend oder können steigen
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unter 60 mg% |
Insulinabgabe er Haut kann weitergehen ... |
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unter 35 mg%
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hormonunabhängige Autoregulation der Leber |
Glukagonproduzierende Alphazellen können nachweislich über die (20) Jahre auch vom Autoimunsystem kaputt gemacht werden. Dann fällt diese Steuerung aus und es gib eine Wachstumshormonausschüttung, die zu einer posthypoglykämischen Insulinresistenz kommt.
Berechnung bei der posthypoglykämischen Insulinresistenz
252 mg% - 47 mg% = 205
3BE x 50 mg% * (70 kg / 53 kg)= 237,7 mg% (errechneter Anstieg in der Resistenz)
15. Fallgruppe: verkürzter / fehlender DEA wegen Hypo vor Hauptmahlzeit
Erst schnelle BE(s), bis Hypo vorbei,
dann üblicher DEA
16. Fallgruppe: Angstverhalten
(Folgeerkrankungen - Unterzuckerungen)
Bei erhöhten (pp-) Werten scharfe Korrekturen bei Hypos übermäßige BE Korrekturen
17. Fallgruppe: Verzögerte Magenentleerung
Bei autonomer Neuropathie des Magens (unklare Auswirkungen, Alkohol und bei bestimmten Medikamenten)
18. Fallgruppe: Fehlerhafte Anwendung von intravenösem Insulin
mehr als 5 Einheiten, obwohl
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Essensresorption noch nicht abgeschlossenInsulinresistenz (Lipolyse, Ketoazidose, hormonell)








