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Ketoazidose

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Ketoazidose




Die rechtzeitige und richtige Anwendung des Stufenprogramms der Blutzucker-Korrektur stoppt die weitergehende Stoffwechsel-Entgleisung. So verhindert das Schema B die bereits gefährliche Ketoazidose. Gerade diese ist für eine Insulinpumpenbehandlung nicht ungewöhnlich, es genügt bereits eine Unterbrechung der Insulinzufuhr über Nacht (Pumpendefekt, Katheterproblem), um eine derart schwere Blutzucker-Entgleisung hervorzurufen, da bei der Pumpentherapie die subcutane Insulinbevorratung und die Insulingesamtmenge knapper bemessen sind als bei der Spritzentherapie. Auch die fehlerhafte Anwendung des Schemas B und (fieberhafte) Infektionskrankheiten, insbesondere im Zusammenhang mit gekürzter Insulindosis wegen mangelnder Essensaufnahme, können zu dieser schweren Stoffwechsel-Entgleisung führen. Wir fürchten die Ketoazidose mehr als den "schweren' Unterzucker.

Denn zögerlich oder überhaupt nicht behandelt, führt die Ketoazidose in das Überzuckerungskoma, welches auch heute noch gelegentlich tödlich endet. Während alles daran gesetzt werden muß, eine Ketoazidose zu verhindern, muß spätestens bei deren Auftreten mit äußerster Konsequenz gehandelt werden.
Bei entsprechender Schulung und ggf. Beaufsichtigung kann eine beginnende Ketoazidose von einem Diabetiker selbst behandelt werden, eine fortgeschrittene ist krankenhauspflichtig.

Der erste Wortteil "Keto" weist auf die Ketonkörperbildung hin, der zweite "Azidose" auf die Übersäuerung des Körpers. Die Ketonkörper sind Endprodukte des ungehemmten Fettabbaues bei schwerem Insulinmangel. Diese Lipolyse führt zunächst zur Freisetzung freier Fettsäuren (siehe B-Korrektur) und bei Fortschreiten zur Ketonkörperbildung. Einer von ihnen, das Azeton, ist im Urin einfach meßbar (Urin-Azeton-Teststreifen) und in der Ausatemluft gut riechbar (wie süßlich-fauliges Obst). Diese vom Körper nur langsam abbaubaren Stoffe führen zur Übersäuerung des gesamten Körpers (Azidose). Dies macht sich durch Übelkeit bis hin zum Erbrechen, vertiefter beschleunigter Atmung, evtl. auch mit Muskelkater, bevorzugt im Schulter-Nacken-Bereich, bemerkbar. Die zunehmende Übersäuerung behindert die Bindung des Insulins an die Körperzellen, verschlechtert so seine Wirkung. Bei einem pH-Wert unter 7,0 (Säuerungswert) wird in Reagenzglas-Versuchen fast kein Insulin mehr an die Insulinrezeptoren der Körperzellen gebunden. Dies zu überspielen erklärt den relativ hohen Insulinbedarf während der Ketoazidose.

Einige Stunden nach konsequenter Anwendung des Korrekturschemas A wird die Azidose überwunden. Die in dieser Zeit ausgesandten großen Mengen an freien Fettsäuren hinterlassen aber noch die Fettsäure-Insulinresistenz. Dem Korrekturschema A schließt sich also immer das Korrekturschema B an.





Quellennachweis: Das A, B, C der Blutzucker-Korrektur für Typ I - Diabetiker (Dr. B. Teupe)

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. Januar 2008 um 13:50 Uhr